Zwei Tage vor Abflug kehren wir nach San Jose zurück, geben unser Auto ab und nehmen Quartier im Hotel Canal Grande Lodge etwas außerhalb der Stadt. Es ist eine wunderbare Unterkunft zum Relaxen und Abschied nehmen.
Von dort besuchen wir das Nationalmuseum und den Zentralmarkt in San Jose. Alle Fahrten buchen wir für wenig Geld bei Uber und lernen das Verkehrschaos der Stadt kennen. Auf allen zentralen Straßen stehen wir regelmäßig im Stau und die Kreativität der Fahrerinnen ist ein Erlebnis.
Das Nationalmuseum ist sehr sehenswert. Nach dem Eintritt kommt man zunächst in einen Schmetterlingsgarten mit besten Fotomotiven. Im Weiteren lernen wir viel über die Geschichte des Landes z.B. der präkolumbischen Zeit, die grausame spanische Kolonisierung, den Weg zur Staatsgründung, den Verzicht auf eine Armee und neuere Entwicklungen.
Durch Menschenmassen gelangen wir danach zum überdachten Zentralmarkt. In engen, labyrinthrischen Gassen wird alles angeboten, was Herz und Magen begehren. Wir essen vorerst letztmals eine Cassada und genießen den Trubel. Der Markt ist auf jeden Fall ebenfalls ein „must see“.
Als letzten Zwischenstopp vor der Rückkehr nach San Jose möchten wir die Blue Falls besuchen. Die Fahrt führt über eine Landstraße mit sehr vielen und sehr tiefen Schlaglöchern. Am Ziel regnet es ausdauernd, was uns nicht abhält zumindest einen der Wasserfälle zu erwandern. Über viele Stufen geht’s bergab (und später wieder hinauf). Ein schönes Naturerlebnis.
Die Nacht verbringen wir in einem pfiffig umgebauten Schiffscontainer. Das ist schon etwas ganz Besonderes, muss aber nicht zwingend wiederholt werden.
Am nächsten Tag fahren wir weiter ins Hochland in Richtung San Jose. Solche langen und steilen Anstiege sind wir zuletzt in Norwegen gefahren. Zeitweise liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 15 – 20 Km/h…und bergab geht’s schneller ist aber genauso steil.
Unsere Reise geht weiter ins Hochland zum höchsten Vulkan des Landes, dem Arenal. Wie von vielen anderen Reisenden angekündigt, ist diese Gegend um La Fortuna ein touristischer Hotspot. Wir kommen außerhalb der Stadt in einer wirklich schönen Anlage unterhalb des Arenal unter. Der Blick auf ihn wird allerdings von einer dichten Wolkendecke verstellt. Wir erfahren, dass wir zu einer Zeit hier sind, wo der Vulkan fast nie zu sehen ist…Pech gehabt, zumindest beim Frühstück wird etwas nachgeholfen.
Dafür haben wir Glück mit unserer Wanderung im Landschaftsschutzgebiet Mirador el Silencio: Tolle Wanderwege, nicht sehr überlaufen und trocken. Auch hier versteckt sich der Arenal…
Im Hintergrund der ArenalKaninchenkuh
Die zwei Tage hier gehen rasend schnell vorbei. Neben dem Ausflug spielen wir mal wieder Billard und abends gehen wir in eine nahe Soda hervorragend für 20€ essen.
Ein paar Worte zu den Kosten. Costa Rica ist hochpreisiger als viele Länder Mittel- und Südamerikas. Unsere Unterkünfte kosteten zwischen 40€ und 110€ pro Nacht, häufig mit Frühstück. Die meisten der von den Einheimischen meist genutzten Soda bewegen sich in dem oben geschilderten Preisniveau, also viel günstiger als bei uns. Auch in Restaurants zahlten wir maximal 60€. Teuer sind die angebotenen Touren mit Guides, hier zahlt man häufig über 60$. Die Eintrittskarten in die Naturschutzgebiete kosten zwischen 10$ und 30$. Einen Mietwagen sollte man frühzeitig in Deutschland buchen, unser 4wd kostete knapp 1600€ für 4 Wochen.
Porto Carillo liegt in der Nähe von Samara an einem der schönsten Strände Costa Rica. Da hier offenbar die Bauvorschriften eingehalten werden bzw. die Korruption sich in Grenzen hält ist der Strand völlig unverbaut. So ist auch unser sehr schönes Hotel Casa Buenavista die geforderten 300 Meter vom Playa Carillo entfernt.
Das Wetter spielt mit nur wenig Regen und viel Sonnenschein hervorragend mit.
Wir waren noch nie so häufig im Wasser, ob Meer oder Pool, relaxen pur. Tolle Unterkunft, gutes Essen, nette Gastgeber, fast schon kitschige Sonnenuntergangänge, ein gelungener Abschied von der Pazifikküste.
Leider ist unsere Zeit hier auf nur drei Tage begrenzt.
Wir setzen mit der Fähre von Puntarenas nach Paquera über. Von dort ist es noch eine Stunde Fahrtzeit bis Montezuma. Über einen sehr steilen Weg erreichen wir unsere Unterkunft die Sunshine Sanctuary Boutique Jungle Lodge, wo wir die nächsten 4 Tage wohnen werden. Es gibt eine Abkürzung hinunter ins Dorf, er führt über eine Hängebrücke. Das ist für mich, Jürgen, eine Herausforderung: im Dunkeln und mit verbundenen Augen geht’s, ansonsten ist der Weg steil und viel länger…. Die Aussicht auf das Meer ist phantastisch. Leider ist die Zeit der entlang ziehenden Wale gerade vorbei, hier kann man sie super beobachten.
Dafür bekommen wir täglich Besuch von einer Bande Kapuzineräffchen. Ein diebisches Volk, immer auf Futtersuche.
Eine Familie von ca. 25 Nasenbären, unzählige Geckos und viele Insekten sind weitere Nachbarn, die wir kennenlernen. Zum Glück ist wie auch sonst bisher auf unserer Reise fast kein blutsaugendes Getier dabei. Unsere Repellent Sprays bringen wir wieder mit nach Hause…
Übrigens ist das Wetter seit Betreten der Nikoya Halbinsel sehr sonnig, chillen ist angesagt.
Montezuma ist ein kleines Dorf, zwar touristisch, aber ohne große Hotelbauten und sehr beschaulich. Hier kommen auch viele Backpacker hin. Die Strände in der Umgebung sind großartig. Einen Eindruck bekommt man beim oben stehenden Video. Dort ist der Playa Grande zu sehen, den man nach 30 Minuten zu Fuß erreicht. Die Wellen sind nicht zu hoch, so kann man super in der Brandung baden.
Wir gönnen uns eine Halbtagestour mit dem Boot zum Tortuga Island, sehen beim Schnorcheln viele bunte Fische und genießen auf der Rückfahrt den Sonnenuntergang sowie danach eine natürliche Bioluminiszens beim Baden.
Die Zeit vergeht wie im Fluge, wir ziehen um zum Playa Carillo in der Nähe von Samara.
Obwohl ursprünglich nicht geplant, machen wir nun doch ein Nacht Station am Manuel Antonio Nationalpark. Das Hotel Plaza Yara liegt in der Nähe des Parks und so besuchen wir ihn kurz nach der Ankunft.
Der Manuel Antonio Nationalpark ist der älteste und meistbesuchte Park in Costa Rica. Entsprechend viel Trubel erleben wir beim Ankommen. Im Park selbst verläuft sich der Andrang auf den sehr gut ausgebauten Wegen je weiter man bereit ist zu gehen. Highlight war für uns der Strand in der Nähe des Ausgangs. Ein schöner kaum bevölkerter Sandstrand und direkt neben uns können wir eine Gruppe von 5 Leguanen ausgiebig beobachten.
Das Hotel ist übrigens sehr empfehlenswert. Wir hätten die Annehmlichkeiten gerne länger genossen. Das Abendessen im nahe gelegenen Restaurant war zunächst mit einer Herausforderung verbunden. Ein kapitaler Regenguss sorgte auf dem Weg für „Wasserhochstand“. Im Restaurant entschädigt uns ein tolles Abendessen und Live-Musik.
Im Südwesten Costa Ricas befindet sich der abgelegenste Nationalpark. Er entstand 1975 auf einem Gebiet, das schon zu etwa 20% abgeholzt war. Die Bevölkerung wurde umgesiedelt und die Flächen konsequent aufgeforstet (sekundärer Regenwald). Heute kann der Nationalpark nur per Boot und mit Guide besucht werden. Maximal 400 Besucherinnen pro Tag sind erlaubt und es finden beim Besuch Taschenkontrollen statt (keine Einweg-Plastikflaschen und Lebensmittel!). Natürlich kann man nur einen vergleichsweise kleinen Teil betreten. Der Nationalpark ist einer der artenreichsten Gebiete der Erde! Hier wollen wir unbedingt hin.
Zunächst fahren wir nach Sierpe. Dort stellen wir unser Auto auf einem bewachten Parkplatz ab und besteigen das Boot nach Drake bzw. zu einem Strand in der Nähe unserer Unterkunft. Schon diese Fahrt ist abenteuerlich. Mit hoher Geschwindigkeit fahren wir den Rio Sierpe hinunter, vorbei an Mangrovenwälder. An der Mündung geht’s weiter über das Meer. Die Fahrt ist absolut nichts für Menschen mit Wirbelsäulenbeschwerden, aber auch hier heben wir den Altersdurchschnitt…
Nach 70 Minuten werden wir bereits am Strand erwartet und nach weiteren 10 Minuten Fußweg sind wir im Paradies. Naja vielleicht etwas übertrieben, aber es fühlt sich ein bisschen so an. Abseits, am Rande des Dschungels sind wir Gäste in der Sunrise Tukano Lodge, geführt von einer einheimischen Familie. Weit und breit gibt’s kein Restaurant oder Geschäft, also haben wir Vollverpflegung und das total lecker.
Wir haben Glück, dass unser Gastgeber noch zwei Plätze für den Besuch des Corcovado Nationalparks für uns buchen kann. Um 06.00 werden wir mit einem Boot abgeholt und nach über 60 Minuten Fahrt erreichen wir den Eingang des Nationalparks. Unser Guide Javier ist sehr engagiert und kompetent. Wir erfahren später, dass wir mit ihm einen sehr bekannten und erfahrenen Guide erwischt haben, was wir voll bestätigen können.
In einer Gruppe von acht Personen Personen sehen wir so viele Tiere wie nie zuvor und erfahren viele interessante Details zur Pflanzenwelt. So sehen wir u.a. alle vier Affenarten, einen Tapir, einen Ameisenbären hoch oben auf der Jagd und vieles mehr.
Insgesamt ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Nach vier Stunden sind wir „abgefüllt“ und glücklich kehren wir mit dem Boot zurück.
Hier noch Impressionen von einer Wanderung parallel zum Meer verlaufend sowie der einsamen Strände nahe unserer Unterkunft. Ein Paar der seltenen roten Aras bekommen wir noch zu sehen.
Uvita ist das nächste Ziel unserer Reise. Am Ortsrand im Dschungel kommen wir in einem sehr schönen Hostel unter. Das Haus besteht aus Holz und Bambus, es bietet viele Orte zum Verweilen und Schauen, mal als Hängematte oder Sessel und Liegen. Nebenan ist ein Wasserfall, im Becken kann man wunderbar baden; Regina hat’s gleich mal ausprobiert.
Der Strand ist leider etwas entfernt und nur gut mit dem Auto zu erreichen. Er liegt mitten im Naturschutzgebiet und ist für seine Walflosse bekannt – bei Ebbe ragt sie als Sandformation ins Meer, sieht man aber nur von weit oben.
Blick aus dem Hostel
Leider regnete es während unseres dreitägigen Aufenthaltes häufiger. Glück hatten wir bei unserem Besuch der Nauyaka Wasserfälle, es blieb weitgehend trocken. Die Wasserfälle liegen ebenfalls in einem Naturschutzgebiet und die Anfahrt ist über Schotterpisten. Man kann dort herrlich wandern, am Wasserfall selbst ist dann schon viel Publikum.
Wir verlassen die Karibikküste und fahren bei zum Teil starken Regen in die Berge südlich von San Jose. San Gerardo de Gota liegt in einem schmalen Tal in der Nähe des Parque National Los Quetzales. Die letzten 7 Kilometer geht es auf einer sehr schmalen, teils geschotterten Straße steil bergab. Ja, auch hier fahren öffentliche Verkehrsmittel/Busse, das Ausweichen ist schon etwas anspruchsvoller…
Wir wollen gerne den seltenen Quetzal, den Nationalvogel sehen. Nach einer Nacht in einem tollen Bungalow mit grandioser Sicht ins Tal geht’s morgens um 05.30 zum Fotoshooting. Es ist unglaublich, dass unser Guide die Vögel weit oben in den Bäumen entdeckt. Durch sein Fernglas lassen sich sogar Bilder machen und Videos drehen. Die Vögel sind einfach nur beeindruckend, nicht nur das Aussehen sondern auch ihr Verhalten, über das wir sehr viel erfahren. Rechts seht ihr ein selten zu sehendes Weibchen. Ein wahnsinnig beeindruckendes Erlebnis.
Im Folgenden noch ein paar Bilder aus dem Tal. Wir wissen jetzt auch wo die schwarzäugige Susanne herkommt…
Vor der Weiterfahrt gibt es ein hervorragendes Gallo Pinto mit selbstgemachter Marmelade und einem riesigen Obstteller.
Wir verlassen Tortuguero und reisen in den Südostzipfel von Costa Rica nach Cahuita. Hier erlebt man Karibik-Feeling pur. In den folgenden vier Tagen erkunden wir hier die Gegend und treffen Elke und Stefan wieder, die wir bereits in Tortuguero kennengelernt haben. Wir kommen in der Casa Aldirica unter, die von zwei sehr netten Italienerinnen betrieben wird. Sie liegt wenige Meter vom Playa Negra entfernt. In der Nachbarschaft ist auch eine Reggae Bar, die wir rege besuchen. Unter Palmen am Strand lässt es sich hier gut aushalten. Leider regnet es an zwei Tagen relativ viel.
Glücklicherweise können wir bei gutem Wetter den hiesigen Nationalpark besuchen. Elke gelingen ganz hervorragende Aufnahmen von einem Faultier mit Nachwuchs.
Küche der SodaOriginelle Soda
Nachtwanderung
Mit Führer machen wir eine 2 stündige Tour durch ein Dschungelgebiet. Eine Auswahl der nachtaktiven Tiere seht ihr folgend.
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